07. Mai 2010 Liebe Freundinnen und Freunde der GfbV,
viel ist in den vergangenen Wochen geschehen: Die sechs in Marokko inhaftierten sahaurischen Menschenrechtler aus der Westsahara, die seit Oktober 2009 festgehalten wurden, sollen nun auf Kaution freigelassen werden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hatte in Pressemitteilungen, in einem Newsletter und auf ihrer Homepage wiederholt auf die Situation der im Gefängnis Salé inhaftierten sahaurischen Menschenrechtler aufmerksam gemacht. Hoch her ging es auch bei dem Konflikt um die Entscheidung über den Bau der drittgrößten Staudammanlage der Welt am Fluss Xingu in Brasilien. Zwar konnte die Versteigerung der Lizenzen für den Bau nicht verhindert werden, doch die indigenen Gemeinschaften kämpfen weiter. Sie wollen verhindern, dass ihre Region unwiderruflich zerstört wird. Rebecca Sommer, unsere Repräsentantin in New York und bei dem Permanenten Forum für Indigene Angelegenheiten der Vereinten Nationen, hat einen Film über eine Aktion zum Staudamm beim Gipfel "Climate Change and Mother Earth Rights" in Cochabamba, Bolivien, bei YouTube veröffentlicht.
>Hintergrundinformationen zu Belo Monte und zum Video
Äthiopien: Freiheit für inhaftierte Oromo-Frauen
Auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen im Dezember 2009 ließ sich Äthiopiens Premierminister Meles Zenawi noch als Retter Afrikas feiern. Doch im eigenen Land regiert er mit eiserner Hand und duldet keine Opposition, besonders nicht vor den Parlamentswahlen, bei denen er am 23. Mai 2010 erneut für fünf Jahre im Amt bestätigt werden möchte. Dies bekam auch die Fernsehjournalistin Lelise Wadajo Fida zu spüren. Die Reporterin vom Volk der Oromo wurde Ende April zu zehn Jahren Haft verurteilt. Sie ist eine von hunderten Oromo, die in den letzten zwei Jahren willkürlich aufgrund ihrer ethnischen Abstammung festgenommen wurde. Auch Birtukan Mideksa; die berühmteste Oppositionspolitikerin, wird die Wahlen als Gefangene erleben. Die frühere Richterin muss eine lebenslange Haftstrafe verbüßen. Bitte engagieren Sie sich mit uns für die Freilassung dieser willkürlich verhafteten Oromo-Frauen.
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Indonesien: Langjährige Haftstrafen für das Hissen einer Flagge?
Semuel Yaru und Luther Wrait aus West-Papua wurden im November 2009 festgenommen, weil sie die verbotene Morgenstern-Flagge West-Papuas gehisst hatten. Damit wollten sie gegen die indonesische Besetzung des Westens der Insel Neuguinea protestieren. Wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" drohen ihnen nun ein unfairer Prozess und langjährige Haftstrafen. Markus Yenu, der Leiter der Unabhängigkeitsbewegung der indigenen Bevölkerung in Manokwari "West Papua National Authority", wurde Ende April 2010 innerhalb weniger Tage zweimal festgenommen.
Bitte unterstützen Sie unseren Appell an den indonesischen Präsident Susilo Bambang Yudhoyono für die sofortige Freilassung von Semuel Yaru, Luther Wrait sowie Markus Yenu.
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Iran: Aufklärung im Fall des politischen Gefangenen Mahmoud Ghorbanpour
Der Iran ist einer der 60 Staaten, die gesetzlich an der Todesstrafe festhalten. Häufig werden der Anwalt und die Familie eines Verurteilten noch nicht einmal über die Hinrichtung informiert. Ein ähnliches Schicksal könnte dem politischen Gefangenen Mahmoud Ghorbanpour widerfahren sein. Der Kurde ist seit Oktober 2009 in Haft, ohne dass Anklage gegen ihn erhoben wurde. Die iranischen Behörden verweigern Informationen über seinen Verbleib oder seinen Gesundheitszustand. Seiner Familie bleibt nur die Hoffnung.
Bitte unterstützen Sie unseren Appell an Außenminister Guido Westerwelle, im Iran Aufklärung im Fall des politischen Gefangenen Mahmoud Ghorbanpour zu verlangen.
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Die GfbV auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München
(12.-16.Mai 2010)
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) lässt während des Ökumenischen Kirchentages in München Flüchtlinge aus dem Südsudan zu Wort kommen.
Wir laden Sie herzlich ein zu unserem Podiumsgespräch:
"Frieden im Sudan. JETZT! Völkermord und Vertreibung in Darfur beenden - Frieden im Südsudan sichern" am Samstag, den 15.05.2010, von 15.00-16.00 Uhr auf der Agora Bühne in Halle B6 auf dem Messegelände (81823 München).
>Die GfbV auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München
Besuchen Sie uns auf dem Africa-Festival (21.-24.Mai 2010) in Würzburg
Unter dem Motto "Kaktus-Diät aus Afrika" wird die Gesellschaft für bedrohte Völker beim 22. Africa Festival in Würzburg über den Kampf der San-Ureinwohner im südlichen Afrika für die rechtliche Anerkennung ihres Wissens um Heilpflanzen informieren. Pharma-Unternehmen wollen den traditionell von den San genutzten Hoodia-Kaktus benutzen, um Appetit hämmende Diätmittel zu entwickeln. Das Engagement der San gegen die Patentierung dieser Medikamente steht beispielhaft für die Bemühungen indigener Völker um die Erhaltung der Biodiversität. Der GfbV-Stand befindet sich in der Bambushalle.
>Weitere Informationen zur Veranstaltung
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