15. Mai 2012Marburg
Diskussionsabend mit Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker (Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)), Göttingen
Dienstag, 15. Mai 2012, 19:00 Uhr
Jüdisches Kulturzentrum, Liebigstraße 21 A
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Marburg, die Jüdische Gemeinde Marburg, das Katholisch-Theologische Seminar an der Philipps Universität Marburg, die Kirchengemeinde St. Johannes (Kugelkirche) und die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) laden herzlich ein zu dem Diskussionsabend „Syrien ein Jahr nach Beginn des Aufstands“. Der Nahostreferent der Menschenrechtsorganisation, Dr. Kamal Sido, wird die aktuelle Lage in Syrien darstellen und Fragen beantworten.
Trotz unverminderter Brutalität des syrischen Regimes, das seit März 2011 Panzer, Artillerie, Raketenwerfer und Hubschrauber gegen die eigene Bevölkerung einsetzt, gelingt es dem Diktator nicht, die Proteste niederzuschlagen. Auch die Aufständischen sind nicht im Stande, die Diktatur zu Fall zu bringen. Laut UN sollen bisher mindestens 10.000 Menschen getötet worden sein. Die GfbV geht, wie andere Menschenrechtsorganisationen auch, von mindestens 10.000 Toten aus.
Etwa 80.000 Flüchtlinge haben im Libanon, in Jordanien und in der Türkei Zuflucht gesucht.
Teile der Armee sind zu den Demonstranten übergelaufen und bilden die so genannte „Freie Armee Syriens“. Das Regime Assads spricht von islamistischen Terroristen, die hinter den Protesten stehen. Das Land fällt immer mehr in einen blutigen Bürgerkrieg. „Eine internationale Syrien-Konferenz, an der alle Beteiligten gleichberechtigt mitentscheiden, wie die Zukunft des Vielvölkerstaates aussehen wird, rückt da in weite Ferne. Kurden aus Syrien im Exil warnen davor, dass ihr Land künftig wieder von Vertretern einer einzigen Volksgruppe oder Religionsgemeinschaft regiert wird. Sie fordern eine neue Verfassung, in der die nationalen Rechte der Kurden sowie die kulturellen Rechte ethnischer und religiöser Minderheiten wie die der Assyrer-Aramäer, Armenier, Drusen, Ismaeliten, Bahá’í und anderer Minderheiten garantieren werden. Außerdem müssten die kurdischen Yeziden als eigenständige Glaubensgemeinschaft anerkannt und die Gleichberechtigung der Frau festgeschrieben werden.
