Spätestens die Katastrophe von Tschernobyl hat uns hier in Europa vor Augen geführt, wie gefährlich radioaktive Strahlung sein kann. Schon die Gewinnung des Urans birgt große Risiken. Deshalb hat Deutschland die Förderung im eigenen Land sofort nach der Wende eingestellt und die Minen der Wismut mit Milliardenaufwand gesichert. Als erste Maßnahmen wurden die radioaktiven Abraumhalden zwischen Gera und Königstein in Thüringen und Sachsen abgedeckt, Absetzbecken saniert, Bergwerksschächte verfüllt.
Das Uran für "unsere" Kernkraftwerke wird aus dem "Ausland" geholt.
Es ist überraschend, dass ausgerechnet Ureinwohnergemeinschaften in den entferntesten Regionen der Welt ihr angestammtes Land verlieren, um auch unsere Energieversorgung - hier in Deutschland - sicherzustellen. Auf allen Kontinenten liegen Uranminen und Atommülldeponien oft auf dem Gebiet indigener Völker: Die Havasupai- und Lakota-Indianer in den USA leiden darunter genauso wie die Inuit in Kanada, die Aborigines in Australien, Sami in Schweden, Tuareg in Niger, Tibeter, Uiguren und Mongolen in China, Papua in Westpapua/Indonesien und indigene Völker in Vietnam.
Sie alle sind den verheerenden Folgen der Uranförderung meist schutzlos ausgesetzt. Ja, sie wissen oft nicht einmal, wie gefährlich es für sie ist, in einer Mine zu arbeiten oder in der Nähe einer Abraumhalde zu leben. Gefährliche Landstriche sind meist gar nicht erst gekennzeichnet. Das nutzen Bergwerksbetreiber aus. Sie sparen sich teure Sicherheitsvorkehrungen und profitieren von billigen Arbeitskräften, für deren Gesundheit und Leben sie keine Verantwortung übernehmen wollen.
Ureinwohner sind der Radioaktivität schutzlos ausgeliefert
Qualvoll sterben Arbeiter an Krebs, Kinder kommen verkrüppelt zur Welt, leiden an schrecklichen Hautausschlägen, wenn sie mit dem giftigen, radioaktiven Staub aus den Bergwerken oder Atommülldeponien in Berührung kommen. Das Trinkwasser und ganze Regionen sind radioaktiv verstrahlt. Die Menschen sind der unsichtbaren Gefahr dort oft ahnungslos ausgeliefert. Dieses Szenario ist nicht nur im indischen Jadugoda bittere Realität, wie uns unser Gast, der Adivasi Punit Minz, im August mit einem erschütternden Film vor Augen geführt hat. Auch auf dem Land der Tuareg in Niger wird unter ganz ähnlichen Umständen Uran gefördert. Ein Sprecher der Tuareg wird auf unserer Jahreshauptversammlung am 9./10. Oktober in Göttingen eingeladen aus erster Hand über die Lage in seiner Heimat berichten.
Den Adivasi-Ureinwohnern in Indien, die unter unvorstellbaren Bedingungen der Uranförderung leiden, haben wir versprochen, sie bei der Durchsetzung ihrer Forderungen nach einem Mindestmaß an Schutz für ihre Minen- Arbeiter und Sicherheitsvorkehrungen für die Anwohner zu unterstützen. Im Kampagnenblatt haben wir unser Engagement für die Adivasi und andere Uran-Opfer zusammengefasst. Sie können das Kampagnenblatt auch im unteren Teil der Seite herunterladen, indem Sie auf "Download des Dokumentes" klicken.
Dokumentarfilm "Buddha weeps in Jadugoda" über die Situation der Adivasi in Indien
Im September hat unser Gast aus Indien Punit Minz, Vorsitzender einer Minenarbeiter-Gewerkschaft der Adivasi-Ureinwohner, bei der GfbV in Göttingen über die verheerenden Folgen der Uranförderung für Leib und Leben von Adivasi-Minenarbeitern und Anwohnern berichtet. Den Film "Buddha weeps in Jadugoda" von B.I.R.S.A. Bindrai Institute for Research Study & Action und kritika, der die Situation der Ureinwohner im indischen Bundesstaat Jharkhand dokumentiert, können Sie nun in vier Teilen auf YouTube anschauen.
Klicken Sie hier, um sich Teil 1 des Films "Buddha weeps in Jadugoda" anzuschauen.
Die GfbV unterstützt die Uran-Opfer
Die GfbV hat in den vergangenen drei Jahrzehnten hunderte von Initiativen ergriffen, um Uran- Opfer zu unterstützen. So dokumentierten wir schon 1978 die dramatischen Folgen des Uranabbaus auf die Aborigines in Australien, halfen Western Shoshone-Indianern in den USA in ihrem Kampf gegen Endlager, arbeiteten beim World Uranium Hearing 1992 mit, beteiligten uns an einer erfolgreichen internationalen Kampagne für den Stopp der Atomtests in der Südsee und nutzten unseren UN-Beraterstatus, um den Uran-Opfern vor den Vereinten Nationen eine Stimme zu geben.
Bitte unterstützen Sie unsere Menschenrechtsarbeit mit einer Spende. Wir sind dringend darauf angewiesen. Nur mit Ihrer Hilfe können wir wichtige Initiativen für die bedrohten Ureinwohner verwirklichen.
Ich spende für die GfbV-Menschenrechtsarbeit
Wir wären Ihnen auch sehr dankbar, wenn Sie auf unsere Kampagne im Freundes- und Bekanntenkreis weiterverteilen würden. Gerne schicken wir Ihnen kostenlos beliebig viele Exemplare unseres Informationsblattes zu (Tel. 0551 499 06-26, E-Mail: c.rach@gfbv.de).
Ergreifen Sie selbst die Initiative - Werden sie aktiv!
Bitte schreiben Sie an die Weltgesundheitsorganisation (WHO), sich für eine umfassende Untersuchung der medizinischen und ökologischen Folgen des Uranabbaus in Indien zu engagieren.
Klicken Sie hier für den Briefvorschlag (pdf-Format)
Unterschreiben Sie gleich unseren Online-Appell an die WHO
Bitte fordern Sie den indischen Premierminister auf, die Adivasi in Jharkhand besser vor den Folgen der Uranförderung zu schützen. Insbesondere müssen die Atommülldeponien wirksam gesichert werden.
Klicken Sie hier für den Briefvorschlag (pdf-Format)
Unterschreiben Sie gleich unseren Online-Appell an den indischen Premierminister
Gerne schicken wir Ihnen die Briefvorschläge auch nach Hause!
Melden Sie sich hierfür bitte bei Christian Rach (c.rach@gfbv.de, 0551-49906-26).
Oder fordern Sie unsere
Protestpostkarte an Bundesumweltminister Norbert Röttgen an. Diese können Sie ebenfalls bei Christian Rach bestellen
