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Marokko/ Westsahara:
Degja Lachgar ist vorläufig aus dem Gefängnis in Marokko entlassen wurden.
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  Degja Lachgar
Am 28. Januar 2010 gab die Sahaurische Gemeinschaft der Opfer Schwerer Menschenrechtsverletzungen (Sahrawi Association of Victims of Grave Human Rights Violations, ASVDH) bekannt, dass die sahaurische Menschenrechtsaktivistin, Degja Lachgar, die seit dem 8. Oktober 2009 im Gefängnis Salé, in Marokko, inhaftiert war, vorläufig freigelassen wurde. Zehn Tage zuvor hatte sie aus Protest gegen die unmenschlichen Zustände im Gefängnis einen Hungerstreik angetreten. Auch aufgrund des Engagements der Gesellschaft für bedrohte Völker und anderer Menschenrechtsorganisationen konnte dieser Erfolg verzeichnet werden.

Dennoch besteht kein Anlass zum Aufatmen: Die sechs verbliebenen politischen Gefangenen sind heute aus Protest gegen die unmenschlichen Haftbedingungen im marokkanischen Gefängnis Salé in einen Hungerstreik getreten. Sie werden hungern bis ihren Forderungen nachgekommen wird: Kommunikation mit ihren Rechtsanwälten, ausreichende medizinische Versorgung und das ihnen Kontakt zur Außenwelt gestattet wird… sind nur einige Punkte.

Degja Lachgar wurde zusammen mit sechs weiteren sahaurischen Menschenrechtsaktivisten am 8. Oktober 2009 am Flughafen von Casablanca verhaftet, als sie von einem Besuch der Flüchtlingslager in Südalgerien zurückkehrten. Rund 165.000 Sahauris leben in Tindouf im Süden Algeriens im Exil.

Vier Tage lang wurden die Festgenommenen mit verbundenen Augen an einem unbekannten Ort festgehalten, bevor man ihre Angehörigen über die Verhaftung informierte. Am 15. Oktober 2009 schließlich überwies ein Richter in Casablanca ihr Verfahren an ein Militärgericht. Nun droht ihnen jahrelange Haft. Dabei besteht ihr einziges "Verbrechen" darin, sich für die Menschenrechte in der Westsahara öffentlich einzusetzen. Neben Degja Lachgar wurden auch die ehemaligen politischen Gefangenen Yahdih Ettarouzi, Brahim Dahane und Ahmad Nassiri sowie die Menschenrechtler Saleh Lebayhi, Rachid Sghayar und Ali Salem Tamek angeklagt. ´

Ali Salem Tamek war sogar im Januar 2007 auf Einladung der GfbV in Berlin und führte Gespräche mit deutschen Bundestagabgeordneten, dem Außenministerium und politischen Stiftungen. Ihm wurde versichert, dass alles getan werde, um auch nach seiner Rückkehr in die Westsahara für seine Sicherheit zu sorgen. Auf diese Hilfe ist er nun angewiesen.

Die Westsahara wurde 1975 völkerrechtswidrig von Marokko besetzt. Mehr als 500 Sahauris "verschwanden” unter marokkanischer Besetzung. Mindestens 32 Sahauris sind zurzeit aus politischen Gründen in Marokkos Gefängnissen inhaftiert.

Die GfbV fordert deshalb weiterhin in ihrem Appell an Westerwelle und seinen Amtskollegen Moratinos die Freilassung von Ali Salem Tamek, Brahim Dahane, Ahmad Anasiri, Yahdih Ettarrouzi, Saleh Lebayhi und Rachid Sghayar und ruft die europäische Politik dazu auf, sich für die Menschenrechte in der Westsahara einzusetzen. Nur ein Engagement europäischer Politiker kann die sechs Aktivisten aus der Westsahara davor bewahren, zu langjährigen Haftstrafen, verurteilt zu werden.

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