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Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist sich sicher: Die Olympiade in Peking im Sommer 2008 wird die Lage der Menschenrechte in China verbessern helfen! Beharrlich wiederholt IOC-Präsident Jacques Rogge diese Parole seit Monaten. Er lässt sich dabei weder von Boykott-Aufrufen von Menschenrechtlern beeindrucken, noch von Appellen chinesischer, tibetischer und uigurischer Aktivisten beirren, die das IOC auffordern, seinen vielen Beteuerungen nun auch Taten folgen zu lassen. Denn von alleine bessert sich die Lage der Menschenrechte im "Reich der Mitte" nicht. Und bislang hat das IOC kaum etwas getan, um Chinas Führung zumindest dazu zu drängen, die eigenen Gesetze zu beachten. Einige Nationale Olympische Verbände haben sogar versucht, ihren Sportlern jede öffentliche Kritik an der Willkürherrschaft der Pekinger Führung zu verbieten.
Maulkörbe passen jedoch nicht zu "Spielen der Freude". Auch jüngste Einschüchterungen, willkürliche Verhaftungen, Zwangsumsiedlungen in Pekinger Stadtvierteln, die Olympia-Anlagen weichen mussten, sowie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit uigurischer Menschenrechtler lassen nichts Gutes erwarten. Denn Chinas Führung hat nicht nur an der Seidenstrasse, sondern auch sonst im Land die Repression im Vorfeld der Olympiade nochmals deutlich verstärkt, um öffentliche Proteste während des Megaspektakels zu unterbinden. So wurde in Tibet die religiöse Verfolgung verschärft. Die Meditationsbewegung Falun Gong klagt über immer mehr Verhaftungen ihrer Anhänger. Immer noch leiden viele Menschen unter der Gewalt und Willkür des staatlichen Sicherheitsapparates, unter Folter, Razzien, Hausarrest, Sippenhaft, Einweisung in Arbeitslagern oder psychiatrischen Kliniken, unfairen Gerichtsverfahren, Todesurteilen, politisch motivierten Hinrichtungen sowie unter der Unterdrückung der Meinungsfreiheit im Internet.
Liberalisierung auf ZeitChinas Führung möchte mit den Spielen ihr Land als weltoffene kommende Großmacht präsentieren, die nicht nur im Sport eine Führungsrolle beansprucht. China verspricht sich einen großen Imagegewinn von den Spielen. So bemüht man sich nach außen um mehr Toleranz. Für die Zeit der Olympiade wurden die strengen Zensurbestimmungen gelockert. Zwar können Filmteams noch immer nicht nach Tibet reisen, um von dort frei über die Lage zu berichten. Aber zumindest in Peking gibt man sich gegenüber ausländischen Journalisten nun liberaler. Für chinesische Medien gilt weiterhin die strenge Zensur. Leider ist es nur eine Liberalisierung "auf Zeit", da nach der Olympiade die alten Zensurbestimmungen wieder für alle Journalisten gelten sollen.
Als Desaster für Chinas Image-Kampagne erwies sich der Rücktritt des bekannten Regisseurs Steven Spielberg als künstlerischer Berater der Olympia-Organisatoren. Spielberg verkündete im Februar 2008 seinen Rücktritt aus Protest gegen Chinas Verwicklung in den Völkermord in Darfur. China schürt die Genozidverbrechen im Westen des Sudan durch seine intensive wirtschaftliche, politische und militärische Zusammenarbeit mit dem Sudan.
Hinschauen und handeln!Wenn die Olympiade in Peking kein Desaster werden soll, dann muss sich die internationale olympische Bewegung im Vorfeld noch mehr dafür einsetzen, dass Menschenrechte in China dauerhaft gesichert werden. Auch China hat ein großes Interesse daran, dass diese Olympiade nicht zu einem weiteren Imageverlust führt. Nicht Wegschauen, sondern Hinsehen und Handeln, muss die Devise heißen! Der im Olympia-Motto beschworene Traum von der "Einen Welt" darf nicht zum Albtraum für die Minderheiten Chinas und die Demokratiebewegung werden.
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